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Einmal im Monat, außer im Winter, wenn Frost und Schnee den Garten fest im Griff haben, zieht es mich unwiderstehlich zu meiner Lieblingsgärtnerei in der Nähe. Manche Leute sammeln Briefmarken, andere Spielzeugautos, ich sammle Pflanzen. Das Angebot in meiner Gärtnerei ist riesengroß. Eine Unmenge von Stauden, Balkonpflanzen, Sträuchern und Bäumen steht auf dem Gelände zur Auswahl. Das Sortiment wechselt der Jahreszeit angepasst ständig. Die Versuchung ist groß mehr mitzunehmen als das Budget erlaubt oder im Garten untergebracht werden kann. Mit einer gewissen Ratlosigkeit läuft man durch die mit Pflanzen gefüllten Wagen und Tische. Ist ein qualifizierter Gärtner zur Hand, so kann man ihm Fragen zu der Pflanze stellen oder ihm erklären welche Art von Pflanze man sucht. In Gartencentern und Baumärkten sucht man nach einer Fachkraft allerdings vergebens. Die Etiketten der Pflanzen, falls vorhanden, sind oft nicht sehr aussagekräftig. Da steht dann auch mal nur Herbstzauber ohne Nennung des Pflanzennamens und lässt einen ratlos die Pflanze betrachten. Wird sie groß, breitet sie sich aus oder ist sie vielleicht nicht einmal winterhart? Übernimmt sie, wenn ich nicht aufpasse, meinen Garten? Ein weißes Etikett mit Preis und botanischem Namen an der Pflanze hilft einem nur insoweit, dass man beurteilen kann, sofern man kein Botaniker ist, ob man sie sich leisten kann. Hilfreicher sind die bunten Schilder mit dem Bild der blühenden Pflanze, ihrem Namen und einigen Symbolen auf der Rückseite, manchmal auch etwas Text. Selten bekommt man eine ausführliche Beschreibung der Pflanze mitgeliefert. So steht man im Gartencenter überwältigt von der Auswahl, aber mit zu wenigen Informationen. Am Ende gibt man dann viel Geld für eine Pflanze aus, die man dann doch lieber auf den Komposthaufen befördert. Erfahrung macht klug, ist aber auf Dauer leider auch teuer. Das Internet könnte helfen, aber erstens wer startet schon eine Recherche im Gartencenter und dann fehlen auch hier oft die gesuchten Informationen.
Wie vermeidet man Fehler? Damit man einen geeigneten Platz für eine Pflanze finden kann, die einem gefällt, eine Kaufentscheidung treffen kann oder die Pflanze zum freien Platz im Garten suchen kann, benötigt man eine Vielzahl von Informationen. Wie groß wird sie und vor allem wie breit? Wann blüht sie und sieht sie außerhalb der Blütezeit noch gut aus? Wie lange blüht sie? Muss ich ständig gießen? Ist sie als Schnittblume geeignet? Wie kombiniere ich sie? Schatten oder Sonne? Verträgt sie meinen Boden (Kalk, Lehm, Torf, Sand)? Wie sieht es mit Krankheiten oder Schädlingen aus? Giftig? Breitet sie sich stark aus? Braucht sie viel Wasser?
Viele Informationen werden einem mit Absicht vorenthalten. Wer schreibt schon freiwillig auf ein Etikett: "Sie werden diese Pflanze ins Herz schließen, aber die Schnecken auch" oder "Diese Pflanze wird Ihnen viel Ärger mit dem Nachbarn einbringen, respektiert sie doch keine Grenzen und nimmt auch seinen Garten ein". Warnhinweise, die oftmals durchaus angebracht sind, fehlen natürlich grundsätzlich. Manche Pflanzen säen sich stark aus oder verbreiten sich vegetativ über Wurzelausläufer, manche wie Rudbeckia fulgida "Goldsturm" tun beides. Ohne rigide und stetige Kontrolle übernehmen sie den Garten. Welche Pflanze die richtige ist, hängt natürlich auch immer von der Art des Gartens ab. Eine klassische englische Staudenrabatte erfordert andere Pflanzen als ein Präriegarten oder Kiesbeet. Des weiteren ist auch der Arbeitsaufwand zu berücksichtigen. Ein Garten erfordert Zeit. Manche Pflanze benötigt viel Pflege, andere sind anspruchsloser. Wer ökologisch Gärtnern möchte, muss um einige Pflanzen einen Bogen machen oder zu mindestens optimale Bedingungen für sie schaffen.
Ich wünsche mir Pflanzetiketten, die all dem Rechnung tragen, aber dies wird wohl ein Traum bleiben. Wenigstens genauere Standortangaben wären schon sehr hilfreich. So habe ich die wunderschöne Iris tectorum 'Cruella' gekauft und erst mit Internetrecherche gelernt, dass diese einen vollsonnigen, dauerfeuchten Standort benötigt. Also mit anderen Worten einen Standort an einem Teich. daher existiert diese Pflanze leider nicht mehr.

Die Bilder oben zeigen Pflanzen mit starkem Ausbreitungsdrang: Akelei, Spornblumen, Rudbeckia und Eisenkraut, Silene ameria. Wobei Rudbeckia hirta und Eisenkraut durch den Winter in Schach gehalten werden können.

Created on ... August, 2017