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In vielen Büchern zur Gartengestaltung findet man den Tipp die Umgebung doch in das Gartenkonzept mit einzubeziehen. Dieser Trick der geborgten Landschaft lässt den Garten schnell größer erscheinen als er ist. Was im ländlichen England vielleicht umzusetzen ist, funktioniert in unserer stark besiedelten Landschaft nicht unbedingt und schon gar nicht, wenn sich der Garten, wie unserer, mitten im Dorf befindet. Da es mir ein Rätsel ist, wie ich einen Spielplatz, einen Schrotthaufen, einen olivgrünen Bauwagen, diverse Gartenhäuschen und Wäschespinnen in ein Gartenkonzept einfügen soll, ist das Grundstück von einer Sichtschutzhecke aus Bäumen und Sträuchern eingerahmt. Einige dieser Sträucher befanden sich schon hier. Allerdings hatten die Vorbesitzer zu eng und zu nah an der Grundstücksgrenze gepflanzt. Dazu wählten sie noch sehr wuchernde Sträucher. Stück für Stück ist dies nun zum Teil korrigiert worden. So mussten bis auf einen Cornus alba 'Sibirica' mit roter Rinde alle Hartriegel weichen, ebenso die meisten Forsythien. Der Kirschlorbeer durfte zum Teil bleiben, da es sich um eine Frost unempfindliche Sorte handelt und er einen schönen Hintergrund bildet. Die heutige Bepflanzung bietet Vögeln und Insekten Schutz und Nahrung. Eine Formschnitthecke aus z.B. Thuja occidendalis kam für mich hier nicht in Frage, da ich einen natürlicheren und pflegeleichteren Hintergrund wollte. Außerdem verkleinern Formschnitthecken ein Grundstück. Eine lockere Bepflanzung dagegen vergrößert das Grundstück optisch, da diese besser mit der Umgebung verschmilzt. So wirkt Bild Nummer drei oben wie eine Waldrandbeflanzung, obwohl unmittelbar hinter der Eibe die Grundstücksgrenze liegt und sich dort nicht nur ein hässlicher Maschendrahtzaun befindet sondern auch ein Haus und ein Spielplatz. Die Sträucher und Bäume lassen all dies verschwinden und binden den bewaldeten Hügel hinter unserem Dorf ein.

Da der größte Teil der Sträucher und Bäume sich an der südöstlichen Grundstücksgrenze befindet und sie außerdem z.T. versetzt auf Lücke gepflanzt sind, entstanden rund um den Garten Schattenbeete. An der nördlichen Grundstücksgrenze wirft der große Apfelbaum soviel Schatten, dass auch hier die Beete im Schatten liegen. Die Bepflanzung besteht sowohl aus Laub abwerfenden Sträuchern wie auch aus immergrünen Gehölzen. Einheimische, wie der gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus), Hechtrose (Rosa glauca), das Paffenhütchen (Euonymus europeus), verschiedene Holunder (Sambucus nigra), Kornelkirschen (Cornus mas) und Weißdorn (Crataegus) wechseln sich mit Exoten ab. Dabei sind die runzlige Zwergmispel (Cotoneaster bullatus Bild 4 oben) und die Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) ebenfalls Vogelnährgehölze. Die Mispel ist ein eleganter, vier Meter hoher Baum mit bogigen Zweigen, der im Frühling weiß blüht und so viele Insekten anlockt, dass man unter ihm stehend glauben könnte, man befinde sich in einem Bienenstock. Im Herbst trägt die Mispel scharlachrote Früchte, die leider sehr schnell von den Vögeln geerntet werden. Die Süßkirsche und die Blutpflaume sind ausgewachsene Bäume und decken die Häuser in der Nachbarschaft ab. Setzt man große Bäume auf Lücke zu Bäumen in den Nachbargrundstücken, so kann man sich im Sommer der Illusion hingeben im Wald zu leben. Koniferen würden diese Illusion auf den Winter ausdehnen, sind mir aber zu düster. Die großen Bäume sind abwechselnd mit niedrigeren Sträuchern bzw. kleinen Bäumen gepflanzt. Die Beete bekommen so wenigstens ein paar Stunden bis zu einem halben Tag Licht. Dadurch ist eine abwechslungsreiche Bepflanzung möglich. Sie reicht von Kleinsträuchern, über Blattschmuckstauden bis zu typischen Waldpflanzen wie Farnen. Dazu kommen etliche Frühlingsgeophyten und Lenzrosen, die die Bedingungen unter laubabwerfenden Sträuchern bevorzugen.

So gibt es in den Schattenbeeten zu fast jeder Jahreszeit etwas zu entdecken. Im dritten Bild oben blühen Fingerhüte (Digitalis purpurea) zur gleichen Zeit wie der schwarze, farnblättrige Holunder (Sambucus nigra) 'Black Lace' dessen rosa Doldenblüten farblich perfekt zu den Fingerhüten passen und gleichzeitig einen Kontrast zu ihren Kerzen bilden.

beet mit hosta brunnera jack frost mit sambucus sutherland gold sambucus black lace symphytum axminster gold hydrangea kawakami

Bild 1: verschiedene Hosta; im Vordergrund blüht eine Nachtviole
Bild 2: Brunnera macrophylla 'Jack Frost' mit Sambucus racemosa 'Sutherland Gold' und Phlox divaricata 'Clouds of Perfume'
Bild 3: Sambucus nigra 'Black Lace'
Bild 4: Symphytum x uplandicum 'Axminster Gold' mit Tulpen 'Rembrandt's Favourite'
Bild 5: Samthortensie (Hydrangea aspera) 'Kawakami' unter der Blutpfaume

Created on ... August, 2017